Unterwegs in Europa

Teil 2: Mit der Transsib von Jekaterinburg zum Baikalsee

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06. bis 08.Juni 2015


Mit der Transsibirischen Eisenbahn von Jekaterinburg nach Irkutsk.
Mit dem Bus zum Baikalsee und nach Irkutsk zurück. Von Irkutsk mit dem Flugzeug nach Jekaterinburg zu den Reisemobilen zurück.


Unser Zug soll um 21:54 Uhr in Jekaterinburg ankommen und 30 Minuten Aufenthalt haben.
Er ist auch pünktlich.

Doch dann will uns der Zugbegleiter nicht einsteigen lassen: Unser Gruppenticket ist nicht korrekt.
Nach endlosen Diskussionen dürfen wir dann kurz vor Abfahrt des Zuges doch noch einsteigen.

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Der Bahnhof in Jekaterinburg

Froh, dass wir nun doch die Transsib-Reise antreten können, beenden wir im Speisewagen den Tag bei einem Gläschen Wodka.

Wir fahren in unsere erste Nacht im Zug.


Am nächsten Morgen können wir in Ruhe die Landschaft an uns vorbeiziehen lassen.

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Im Zug ist striktes Rauchverbot.

Auf dem Bahnsteig bieten Frauen den Reisenden Fisch und Piroggen an.
Wir kaufen als Mittagessen Piroggen.

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Wir queren auf der 1899 erbauten Eisenbahnbrücke den Jenissej.

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Das Meisterwerk bekam bei der Pariser Weltausstellung 1900 eine Goldmedaille, die Auszeichnung, die auch der Eiffelturm erhielt.


Während der ganzen Fahrt gilt - unbeachtet der Zeitzonen, die wir durchfahren,- die Moskauer Zeit.

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Jeder Wagen hat seine eigenen Zugbegleiter/innen.


Letzter Sonnenuntergang...

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...vor dem Ziel.


Wir sind in Irkutsk angekommen.

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08.06.2015
Irkutsk

Irkutsk liegt etwa 70 km vom Baikalsees entfernt.

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Der Kosakenführer Jakov Pochabov ließ 1661 am Ufer der Angara ein Kosakenfort anlegen.

Aus diesem Fort entstand Irkutsk, das bereits 1686 das Stadtrecht erhielt.
Aber erst nach der Fertigstellung der ersten Straßenverbindung nach Moskau 1760 wurde die Stadt zum Dreh- und Angelpunkt für den Handel mit den Schätzen Sibiriens und den Importen aus dem Kaiserreich China.

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Mit dem Handelsaufschwung entwickelte sich Irkutsk auch zu einem bemerkenswerten Zentrum für Wissenschaft und Kultur – nicht zuletzt wegen der großen Zahl von politisch Verbannten.


Drei Kirchen haben die Kriege und die Sowjets überstanden:

Die erste polnische katholische Kirche „Mariä Himmelfahrt“ von 1825 war aus Holz und fiel dem Großbrand von 1879 zum Opfer. Der heutige Backsteinbau im neugotischen Stil wurde 1881 – 1883 errichtet.

Dann wurde er nach wechselnder Nutzung, u.a. als Kino, 1978 mit einer Orgel der Potsdamer Firma Schuke ausgestattet und als Konzertsaal wiedereröffnet.

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Polnische kath. Kirche

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Erlöserkirche

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Seit Weihnachten 1990 dient die Mariä-Himmelfahrtskirche auch wieder dem Gottesdienst der Irkutsker Katholiken.

Die Erlöserkirche wurde 1706 aus Holz erbaut aber schon einige Jahre später durch einen Steinbau ersetzt. Auch sie wird wieder als Gotteshaus genutzt.
Zu den Besonderheiten der Erlöserkirche gehören die Wandmalereien an der Fassade.

Gegenüber der Erlöserkirche steht die 1725 erbaute Christi-Erscheinungs-Kathedrale. Hier finden zweimal täglich Gottesdienste statt.


An der Angara

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Kloster zur Mariä Erscheinung

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Am Kirchenportal der Erlöserkirche zeigt ein Denkmal Fürst Pjotr und Prinzessin Fevronia Murom. (Der Adlige heiratete das Bauernmädchen gegen den Willen des Vaters.) Es steht für Glaube, Hoffnung, Liebe.

Dieses Denkmal steht in einer Parkanlage vor dem Nonnen-Kloster zur Mariä Erscheinung. Es zeigt einen Admiral der russischen Marine, der als Monarchist 1920 in Irkutsk standrechtlich erschossen wurde.


Das ehemalige Haus von Sergej Trubjetskoj, einem der Führer der Dekabristen, beherbergt ein Dekabristen-Museum.

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Besondere Bedeutung für Irkutsk hatte ein Ereignis im Dezember 1825 in St. Petersburg. Eine große Gruppe russischer Adliger revoltierte gegen Zar Nikolaus I. Die Revolte wurde niedergeschlagen und die so genannten Dekabristen - dekabr heißt Dezember - wurden nach Sibirien verbannt. Die Dekabristen siedelten sich zum großen Teil mit ihren Familien in Irkutsk an. Sie hatten einen immensen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung und das Selbstverständnis der Stadt.

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In einer kleinen Parkanlage:

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Drei Affen

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Mutter und Tochter

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Der Denker


Im Zentrum

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Das Theater

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Das Heimatkundemuseum


Die Einkaufsmeile

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09.06.2015
Museumsdorf Tabzy Listwanka

Im Museum sind die vier ethnische Gruppen Ostsibiriens vertreten:
Die Evenken besiedelten als Ureinwohner den Norden des Irkutsker Gebietes. Sie waren Nomaden und betrieben Rentierzucht.
Die Tofen wohnten südwestlich des Baikalsees. Sie waren ebenfalls Nomaden. Sie gehören zu den kleinsten ethnischen Gruppen Russlands.
Die Burjaten waren die stärkste Volksgruppe auf Irkutsker Gebiet. Sie lebten in Jurten.
Die Russen lebten im Gebiet an der Angara und ihrem Nebenfluss Ilim.
Wir besuchen den Teil des Museums, der die Angara-Ilimsker Zone repräsentiert. Rekonstruiert sind eine Festung, ein kleines Dorf mit Kirche und Schule, ein Kosakenhof und die Kaskaden einer Wassermühle.


Ilimsker Ostrog (Holzfestung)

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Wolostdorf

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Bootsschuppen mit Einbaum

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Wohnhaus und
Einrichtungsgegenstände

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In Listwjanka erreichen wir den Baikalsee, das große Ziel unserer Reise.

Im Hafen

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Der Baikalsee , auf Deutsch: „Reicher See“, ist mit 25 Mill. Jahren der älteste Süßwassersee und mit 1637 m der tiefste See der Erde. Er ist 673 km lang und maximal 82 km breit. An der schmalsten Stelle ist er 20 km breit.
Er bildet das größte Süßwasser-Reservoir der Erde. Das ist ein Fünftel aller Süßwasserreserven.
1996 wurde die Baikal-Region von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

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Unser Hotel

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Omul, gebraten


Ein überfülltesTragflügelboot bringt uns ins rund 10 km entfernte Bolshie Koty, das nur über Wasser zu erreichen ist.

Bolshie Koty

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Abendstimmung


10.06.2015
Listwjanka

Das Baikalmuseum mit angeschlossenem botanischen Garten wird vom Forschungs- und Überwachungsinstitut des Baikalsees seit 1993 betrieben. Es vermittelt zum einen die atemberaubenden Dimensionen und die Erforschung des Sees

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und gibt zum anderen einen Überblick über Flora und Fauna im und am See.


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Omul

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Baikalseerobbe


Eine reizvolle Wanderung durch den botanischen Garten:

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Eine Marktfrau mit geräuchertem Omul


11.06.2016
Auf der Insel Olchon

Da es keine Uferstraße gibt, müssen wir zuerst zurück nach Irkutsk fahren und von dort rund 300 km durch das Baikal-Gebirge zum Fährhafen in Sakhyurta.

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Am Fährhafen in Sakhyurta haben wir Glück. Wir müssen nicht lange warten.
Unser Bus setzt nicht mit auf die Insel über, und für Fußgänger ist auf den Fähren immer noch Platz.


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Im Fährhafen Khuzmir auf der Insel Olchon warten geländegängige Minibusse auf uns, die uns zu unserem Gasthof in Chuschir fahren.

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Olchon gehört zum Siedlungsgebiet der Burjaten, einer mongolischen ethnischen Gruppe in Sibirien.

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Die ursprüngliche Religion der Burjaten war der Tengrismus. Der aufkommende Buddhismus führte gegen Ende des 19. Jh. bei den Burjaten teilweise zu einer Vermischung der beiden Religionen. Trotz der Sowjetisierung im 20. Jh. überlebte der im Tengrismus enthaltene Schamanismus. Die Schamanen sind zum Symbol der kulturellen Identität aller Burjaten geworden.
Der Schamanenfelsen Mys Burchan in unmittelbarer Nähe des Hauptortes Chuschir ist eines der wichtigsten Heiligtümer für die Insel-Burjaten.
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Da gemäß burjatischem Brauch der Vorüberkommende dort irgendetwas niederlegen bzw. anbinden muss, um den Geistern so Ehre zu erweisen, ist der heilige Ort übersät mit Münzen, kleinen Steinen, Stofffetzen und sogar vereinzelt leeren Schnapsflaschen.

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12.06.2016
Auf der Insel Olchon

Heute unternehmen wir mit den Minibussen eine Rundfahrt über die Insel.

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Im Wasser: Krokodil und Löwe

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Peschanka (ehemal. Gulag)

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Bad im Baikalsee

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Drei Brüder

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Am Kap

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Essenkochen

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Fischsuppe

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Hoppelstrecke

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Liegende Frau

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Robben in der Sonne

13.06.2015
Rückfahrt nach Irkutsk

Heute endet unser Besuch am Baikalsee schon wieder – wir wären gern noch ein paar Tage geblieben.

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14.06.2016
Rückflug nach Jekaterinburg

Heute gibt es keinen Direktflug von Irkutsk nach Jekaterinburg. Wir fliegen deshalb einmal über unsere Wohnmobile hinweg nach Moskau und von dort wieder zurück nach Jekaterinburg.

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Flughafen Irkutsk

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Zwischenlandung in Moskau

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Flughafen Jekaterinburg

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